In Zeiten, in denen die medizinische Versorgung in der westlichen Welt immer besser wird, sind vorwiegend in den ärmsten Teilen der Weltbevölkerung immer noch ca. 1,4 Milliarden Menschen von NTDs betroffen. Das Akronym NTD steht für „Neglected Tropical Disease“, also vernachlässigte Tropenerkrankungen. Zusammengefasst werden damit 20 verschiedene Erkrankungen, die durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Protozoen hervorgerufen werden und die – trotz ihrer weiten Verbreitung in 149 Ländern und ihren verheerenden Folgen – lange von der Gesundheitsforschung nicht ausreichend beachtet wurden. Ausgesetzt sind den NTDs sind vor allem Menschen in Armut, die unter mangelnden hygienischen Standards leben und keinen Zugang zu ausreichender medizinischer Versorgung haben.  Schwerpunkte der weltweiter Pharmaforschung sind die Krankheitsbilder in den reichen Ländern, die oft nur einen bedingten medizinischen Nutzen haben, aber hohe Profite erwarten lassen. Die von NTDs betroffenen Menschen haben kaum Kaufkraft.

Diese beiden Gegebenheiten sind mittlerweile Ansatzpunkte für immer mehr Public Health Projekte, die sich die Eindämmung oder sogar die Eradikation der Erkrankungen zur Mission gemacht haben. So gibt es beispielsweise seit 2012 die WHO NTD Roadmap, die klare Ziele zu jeder einzelnen der NTDs vorgibt und Strategien empfiehlt, mit denen diese erreicht werden können. Auch Organisationen wie die DNDi (Drugs for NTDs initiative), die sich der Forschung und der Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden für NTDs verschrieben haben, tragen zum Fortschritt in der Bekämpfung der vernachlässigten Erkrankungen bei. Insofern ist es vielleicht nur noch eine Frage der Zeit, bis zumindest einige der NTDs als kontrolliert oder ausgerottet gelten.


Quellen

https://www.bukopharma.de
https://www.ethikrat.org
http://uaem.wufoo.com
https://www.who.int/topics/
https://www.who.int/medicines/
https://www.who.int/medicines
https://www.who.int/neglected_diseases/en/
https://www.dndi.org